Farbenfroher Fortschritt

Kalkhoff stellt auf Niedrigtemperatur-Pulverlacke um

Mit Niedrigtemperatur-Pulver wird die Kalkhoff Fahrradproduktion effizienter, farbenfroher und energiesparender. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen der neuen Technologie – und ihre Bedeutung für die Kalkhoff Produktion in Emstek bei Cloppenburg.

Von der Optik bis hin zum Schutz der Rahmen – in der Fahrradproduktion spielt die Lackierung eine zentrale Rolle. Damit wir unseren Kund:innen auch in diesem Bereich maximale Qualität bieten können, findet das Lackieren unserer E-Bikes deshalb direkt im Kalkhoff Werk in Emstek bei Cloppenburg statt. Die hauseigene Lackiererei gilt als eine der effizientesten und modernsten in der Branche. Zudem verwenden wir ausschließlich hochwertige Lacke, die in mehreren Schichten aufgebracht werden. Das Ziel: Die Kalkhoff E-Bikes sollen mit ihrer Langlebigkeit überzeugen.

„Wir können Energie einsparen und gleichzeitig die Kosten senken – und das ohne Qualitätseinbußen“

Mit diesem Anspruch geht einher, dass wir ständig nach Verbesserungen suchen. Ein Beispiel dafür ist die jüngst durchgeführte Umstellung auf Niedrigtemperatur-Pulverlacke. „Wie der Name bereits verrät, handelt es sich dabei um Grundierungspulver, die mit einer niedrigeren Temperatur eingebrannt werden als das bisher eingesetzte Standardpulver“, erklärt Heiner Memering. Er ist seit 42 Jahren Teil der Kalkhoff Familie – und Teil des Teams in unserer Lackiererei, das die Umstellung auf die Niedrigtemperatur-Pulverlacke vorangetrieben und umgesetzt hat. „Durch die niedrigere Temperatur können wir Energie einsparen und gleichzeitig die Kosten senken – und das ohne Qualitätseinbußen“, fügt er an.

Niedrigtemperatur-Lacke: Die Technologie im Detail

Wie Niedrigtemperatur-Pulverlacke funktionieren, zeigt ein detaillierter Blick auf die Technologie. Grundsätzlich besteht das Pulver aus feinen Kunststoffpartikeln, Pigmenten und Additiven. Bei NT-Pulver – so der Name von Niedrigtemperatur-Pulver im Fachjargon – ist die Zusammensetzung allerdings so gestaltet, dass das Pulver bei deutlich geringeren Temperaturen als herkömmliche Pulverlacke aushärtet. Im Fall von Kalkhoff bedeutet das: Statt bei 180 Grad Celsius, wie es bisher der Fall war, erfolgt das Einbrennen jetzt bei nur noch 160 Grad. Diese 20-Grad-Reduktion bringt die von Memering angesprochenen Vorteile mit sich – insbesondere im Hinblick auf den geringeren Energieverbrauch und die damit verbundenen niedrigeren CO2-Emissionen.

Das Spannende ist, dass das Niedrigtemperatur-Pulver technologisch gesehen die gleichen hochwertigen Eigenschaften bietet wie herkömmliches Grundierungspulver. (Foto: Kalkhoff)

„Durch die niedrigeren Temperaturen wird weniger Gas beim Vernetzen der Pulverschicht benötigt.“

„Das Spannende ist, dass das Niedrigtemperatur-Pulver technologisch gesehen die gleichen hochwertigen Eigenschaften bietet wie herkömmliches Grundierungspulver. Es schützt vor Korrosion, sorgt für ein glänzendes Finish und ist widerstandsfähig gegenüber mechanischen Belastungen. Der große Unterschied liegt in der angesprochenen Energieeffizienz. Denn durch die niedrigeren Temperaturen wird weniger Gas beim Vernetzen der Pulverschicht benötigt“, fasst Memering zusammen.

Ein komplexer Umstellungsprozess

Pulver austauschen, Temperatur herunterfahren – ganz so einfach war die Umstellung allerdings nicht. Von der ersten Idee über die Durchführung zahlreicher Testläufe bis hin zur offiziellen Integration im Produktionsprozess verging mehr als ein Jahr. „Die Umstellung auf das neue Lackierverfahren begann im Sommer 2023“, erinnert sich Memering. „Im ersten Testaufbau wurden zehn Rahmen mit dem neuen Niedrigtemperatur-Pulver beschichtet und im Kammerofen bei 160 Grad Celsius eingebrannt. Diese Versuche verliefen vielversprechend, die optischen Bewertungen waren durchweg positiv“, fährt er fort.

„Wir mussten sicherstellen, dass wir unser hohes Qualitätsniveau halten.“

Die Kalkhoff Lackiererei gilt als eine der effizientesten und modernsten in der Branche. (Foto: Kalkhoff)

Anschließend wurden die Rahmen weiteren Tests unterzogen – auch externe Labortests gehörten dazu. „Nur so konnten wir sicherstellen, dass wir unser hohes Qualitätsniveau halten“, berichtet Memering, der unter anderem auf einen spezifischen Salzsprühtest verweist, dem die Testrahmen für 500 Stunden unterzogen wurden. „So konnten wir selbst härteste Winterbedingungen simulieren. Die gute Nachricht: Diese extremen Tests zeigten ebenfalls hervorragende Ergebnisse. Es gab keine Korrosion, keine Bläschenbildung, kein Unterwandern des Lacks“, ergänzt er und fügt zudem an, dass die zahlreichen Qualitätstests keineswegs die einzige Hürde im Umstellungsprozess waren: „Auch Details wie der Pulververbrauch pro Rahmen müssen bei so einer Änderung bedacht werden.“

Die Kalkhoff Niedrigtemperatur-Pulverlacke und ihre Vorteile

Seit Oktober 2024 ist das Niedrigtemperatur-Pulver nun fest im Kalkhoff Produktionsprozess integriert. Die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile können sich dabei sehen lassen: Durch die Reduzierung der Einbrenntemperatur von 180 auf 160 Grad konnte der Gasverbrauch signifikant gesenkt werden. Pro Jahr spart Kalkhoff durch die neue Technologie nicht nur Produktionskosten ein, sondern verbessert auch seine Klimabilanz. Die mit der reduzierten Einbrenntemperatur erreichte Gaseinsparung entspricht dem jährlichen Energieverbrauch mehrerer Haushalte in Deutschland und stellt einen weiteren Schritt in Kalkhoffs Strategie zur Reduktion von Treibhausgasemissionen dar.

„Wir werden weiter daran arbeiten, den Prozess noch flexibler und anpassungsfähiger zu gestalten.“

Mit der Umstellung der gesamten Kalkhoff Produktion auf die neuen Niedrigtemperatur-Pulverlacke im Spätherbst 2024 ist das Projekt allerdings bei weitem noch nicht abgeschlossen. In den kommenden Monaten soll die Technologie weiter verfeinert werden, zudem sollen weitere Potenziale für die Zukunft erschlossen werden – daran tüftelt das Team in der Kalkhoff Lackiererei bereits, wie Memering zum Abschluss erklärt: „Neben der Verbesserung der Energieeffizienz werden wir auch daran arbeiten, den Prozess noch flexibler und anpassungsfähiger zu gestalten, um für zukünftige Entwicklungen im Bereich der Fahrradlackierung bestens gerüstet zu sein.“

Seit Oktober 2024 ist das Niedrigtemperatur-Pulver fest im Kalkhoff Produktionsprozess integriert. (Foto: Kalkhoff)

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