Tiefentladung

Tiefentladung bedeutet, dass ein Akkumulator so weit entladen ist, dass er nicht mehr aufgeladen werden kann. Die Tiefentladung eines Akkus kann bei allen möglichen Geräten auftreten – egal ob beim E-Bike, Smartphone oder im Auto. Was genau bei einer Tiefentladung im Gerät passiert, wie es zu der Tiefentladung kommt und wie du diese vermeiden kannst, erfährst du in diesem Lexikoneintrag.

 

Was ist eine Tiefentladung genau?

Bei einer Tiefentladung hat sich der Akku so weit entladen, dass seine Spannung unter die Entladeschlussspannung fällt. Ist die Entladeschlussspannung eines Akkus erreicht, verfügt er nicht mehr über genügend Energie, um seine jeweilige Anwendung anzutreiben. Die Entladeschlussspannung tritt dann ein, wenn für den Anwender noch genügend Zeit und Spannung vorhanden ist, den Akku wieder aufzuladen und der Tiefentladung zu entgehen. Fällt die Spannung des Akkumulators jedoch weiter und unter den kritischen Wert von 2,5 Volt, liegt eine Tiefentladung vor und der Akku lässt sich nicht mehr aufladen.

 

Was passiert bei einer Tiefentladung?

Tiefentladung kann alle Akkutypen betreffen. Bei Bleiakkus, die vor allem in Kraftfahrzeugen wie Autos vorkommen, führt Tiefentladung zu Sulfatierung. An der Oberfläche der Elektronen im Akku lagern sich dabei mehr und mehr Bleisulfat-Kristalle ab. Eine solche Sulfatierung ist gefährlich, da sie zum Kurzschluss führen kann.

 

Wie kommt es zu einer Tiefentladung?

Die Tiefentladung eines Akkus kann verschiedene Ursachen haben. Ein sehr häufiger Grund ist das Alter eines Akkus. Jeder Akkutyp hat eine bestimmte Lebensdauer. Nähert sich ein Akkumulator seiner maximalen Lebensdauer an, so vermindert sich seine Kapazität und es kann schließlich zu einer Tiefentladung kommen. Zudem solltest du ein Ladegerät anschließen, das über die richtige Stromstärke und die richtige Spannung für deinen Akku verfügt. Die Stromstärke gibt an, wie schnell der Akku auflädt, und die Spannung, wie stark er aufgeladen wird.

Eine weitere Ursache für Tiefentladung liegt in sogenannten Kriechströmen. Die Elektronik deines Geräts, beispielsweise die Lichtanlage eines E-Bikes, zieht – selbst wenn es ausgeschaltet ist – permanent geringe Mengen Strom aus dem Akku. Und auch die Zellen eines Lithium-Ionen-Akkus entladen sich langsam von selbst, auch wenn du den Akku außerhalb des Geräts lagerst. Wird der Akku also lange nicht genutzt, verliert er mit der Zeit so viel Energie seiner Ladung, dass eine Tiefentladung entstehen kann. Bei E-Bikes tritt eine Tiefentladung daher meistens im Frühjahr auf: Wenn du das E-Bike den Winter über nicht genutzt hast, kann es sein, dass die Elektronik deines E-Bikes so viele Kriechströme gezogen hat, dass der Akku tiefentladen ist.

 

Was tun, wenn ein Akku tiefentladen ist?

Hast du den Verdacht, dass dein Akku tiefentladen ist, solltest du zunächst seine Spannung messen. Liegt diese über 2,5 Volt, besteht noch Hoffnung. In einzelnen Fällen kann der Akku an einem externen Gerät wieder aufgeladen werden. Kontaktiere hierzu am besten einen Fachmann. Liegt die Spannung deines Akkus jedoch unter 2,5 Volt, besteht die Gefahr, dass sich je nach Akkutyp Kupferbrücken bilden oder Sulfatierung entsteht und es zu Kurzschlüssen kommt. Diesen Akku solltest du nicht mehr verwenden, sondern stattdessen in einen neuen investieren. Hole dir im Zweifelsfall Rat von einem Profi.

 

Wie vermeide ich eine Tiefentladung?

Um zu vermeiden, dass ein Akku sich tiefentlädt, sind einige Dinge wichtig:

  • Passendes Ladegerät
  • Korrektes Ladeverhalten
  • Schonender Umgang
  • Richtige Lagerung
  • Regelmäßige Nutzung/Wartung

Du solltest zum Laden deines Akkus ein Ladegerät mit passender Spannung und Stromstärke verwenden. Am besten sind immer die Originalteile des Herstellers. Lade deinen Akku nicht jedes Mal mit voller Kapazität auf 100 Prozent auf und lass ihn öfter komplett entladen, bevor du zum Ladegerät greifst. Nutzt du dein Gerät länger nicht, nimm den Akku heraus und lagere ihn sachgemäß: Ideal ist die Lagerung an einem dunklen und trockenen Ort bei ca. 15 Grad Celsius. Überprüfe, wenn möglich, zwischenzeitlich die Spannung des Akkus oder schalte das Gerät hin und wieder ein, um einer Tiefentladung vorzubeugen. Dein E-Bike solltest du zum Beispiel nicht den ganzen Winter ungenutzt im Keller stehen lassen, sondern es ab und zu bewegen oder den Akku zwischenzeitlich an das passende Ladegerät anschließen.

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