E-Bike Kettenschaltung oder Nabenschaltung: Das sind die Unterschiede
Die Wahl der richtigen Schaltung entscheidet über Komfort, Wartungsaufwand und Fahrdynamik deines E-Bikes. In diesem Artikel zeigen wir dir die wichtigsten Unterschiede der beiden Schaltsysteme und helfen dir, die passende Lösung für deinen Einsatzbereich zu finden.
Es gibt zahlreiche Fragen, die du dir vor dem Kauf eines E-Bikes stellen solltest. Die Wahl des richtigen Schaltsystems ist definitiv eine davon. Denn ob du dich für eine Kettenschaltung oder eine Nabenschaltung entscheidest, beeinflusst nicht nur dein Fahrgefühl, sondern auch, wie pflegeleicht und langlebig dein Bike ist. Es lohnt sich also, die beiden Systeme genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch was genau verbirgt sich hinter einer Kettenschaltung – und was macht die Nabenschaltung so besonders?
Was ist eine Kettenschaltung?
Die Kettenschaltung ist die am weitesten verbreitete Schaltungsart bei Fahrrädern und E-Bikes. Ihr Prinzip ist einfach und gleichzeitig hocheffizient: Die Kette läuft über mehrere Kettenblätter an der Kurbel und Ritzel am Hinterrad, die durch ein Schaltwerk und einen Umwerfer angesteuert werden. Mit Hilfe von Schalthebeln am Lenker lässt sich die Kette seitlich verschieben, sodass sie auf ein anderes Zahnrad springt und damit die Übersetzung verändert. Je nach Ausstattung verfügt eine Kettenschaltung über bis zu 30 Gänge und ermöglicht so eine besonders feine Abstufung, die sich präzise an das jeweilige Gelände anpassen lässt – vom steilen Anstieg bis zur schnellen Abfahrt.
Weil die Bauteile frei liegen, ist die Kettenschaltung leicht zugänglich und vergleichsweise einfach zu reparieren. Gleichzeitig macht die offene Bauweise sie anfälliger für Schmutz, Nässe und mechanische Einwirkungen. Deshalb ist eine regelmäßige Wartung nötig, insbesondere das Reinigen und Schmieren der Kette. Im Gegenzug bietet die Kettenschaltung einen sehr hohen Wirkungsgrad, ein geringes Gewicht und eine sportlich-direkte Kraftübertragung, die sie besonders für Tourenfahrer:innen, sportliche E-Biker:innen und Mountainbiker:innen attraktiv macht.

Was ist eine Nabenschaltung?
Die Nabenschaltung unterscheidet sich grundlegend von der Kettenschaltung, da das gesamte Schaltgetriebe geschützt in der Hinterradnabe verbaut ist. Alle beweglichen Teile sind gekapselt, wodurch sie zuverlässig vor Schmutz, Feuchtigkeit und Stößen geschützt sind. Dieser Aufbau macht die Nabenschaltung besonders robust und wartungsarm. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Gänge auch im Stand gewechselt werden können – ein großer Pluspunkt im Stadtverkehr, etwa beim Anhalten an einer Ampel.
Nabenschaltungen bieten je nach Hersteller drei bis 14 Gänge und sind damit weniger breit aufgestellt als Kettenschaltungen. Für Alltags- und Stadtfahrten reicht diese Ganganzahl aber vollkommen aus. Durch die geschlossene Bauweise ist der Wartungsaufwand gering, und auch die Lebensdauer ist oft höher, da Verschleißteile nicht so stark belastet werden. Das System ist zwar schwerer und etwas weniger effizient als eine Kettenschaltung, dafür überzeugt es durch hohen Komfort und Zuverlässigkeit. Deshalb findet man Nabenschaltungen vor allem an Citybikes, Alltagsrädern und komfortorientierten E-Bikes.

Was ist besser: Kettenschaltung oder Nabenschaltung?
Ein Blick auf die jeweiligen Schaltsysteme zeigt recht deutlich: Die Nabenschaltung gilt als besonders zuverlässige Schaltung. Das Schaltgetriebe ist geschützt verbaut, wodurch es sehr wartungsarm ist. Außerdem springt von einer Nabenschaltung die Kette selten ab. Der Schaltvorgang an sich ist unkompliziert, der Pflegeaufwand gering. Darum sind Nabenschaltungen vor allem bei Nutzer:innen von Cityrädern verbreitet. Sobald es in bergige Regionen geht, ist eine Kettenschaltung mit ihrem hohen Wirkungsgrad und der feinen Abstimmung jedoch häufig die bessere Wahl.
Kettenschaltungen sind aus verschiedenen Gründen weiter auf dem Markt verbreitet: Das geringe Gewicht des Schaltwerks macht sie für Rennräder interessant, während sie bei Mountainbikes wegen ihres hohen Wirkungsgrads verbaut werden. Auch die Anzahl der Gänge ist bei sportlichem Fahren oft entscheidend: Hier ist die Kettenschaltung klar im Vorteil. Grundsätzlich gelten Systeme mit einer klassischen Kettenschaltung auch als günstiger.
Vergleich: Kettenschaltung vs. Nabenschaltung am E-Bike
Merkmal | Kettenschaltung | Nabenschaltung |
Bauweise | Offenes System mit Kettenblättern, Ritzeln, Schaltwerk und Umwerfer | Geschlossene Bauweise, Getriebe in der Hinterradnabe |
Gangwechsel | Nur während des Tretens möglich | Auch im Stand möglich |
Ganganzahl | 10 bis 30 Gänge | 3 bis 14 Gänge |
Wirkungsgrad | Sehr hoch, fast verlustfreie Kraftübertragung | Etwas geringer, durch mehr Reibung im Getriebe |
Gewicht | Leicht, für sportliche E-Bikes geeignet | Schwerer, perfekt für Alltagsnutzung |
Wartung | Regelmäßig reinigen und schmieren notwendig | Sehr wartungsarm durch geschlossene Bauweise |
Haltbarkeit | Kette und Ritzel verschleißen schneller, aber leicht austauschbar | Sehr langlebig, da geschütztes Getriebe |
Preis | Günstiger in der Anschaffung | Meist teurer, aufwändiger in der Herstellung |
Fahrgefühl | Sportlich, direkt, dynamisch | Komfortabel, gleichmäßig, unkompliziert |
Einsatzbereiche | Sport, Berge, Touren | City, Alltag, Pendeln, komfortorientierte Fahrten |
Kalkhoff E-Bikes mit Kettenschaltung und Nabenschaltung
Ob sportlich auf Tour oder entspannt im Alltag – Kalkhoff bietet für jeden Fahrstil die passende Antriebslösung. Während E-Bikes mit Kettenschaltung durch ihre Dynamik und Vielseitigkeit überzeugen, punkten Modelle mit Nabenschaltung durch Komfort und geringe Wartung. Zwei perfekte Beispiele aus dem aktuellen Sortiment zeigen, wie unterschiedlich, aber gleichermaßen durchdacht diese Konzepte umgesetzt sind.
Kettenschaltung: Endeavour 5+ Advance
Das Endeavour 5+ Advance ist ein hervorragendes Beispiel für ein E-Bike mit Kettenschaltung: Es nutzt eine klassische 10-Gang Shimano Cues Kassette kombiniert mit Kette (Shimano CN-LG500) und Übersetzungsverhältnis 42/11-39. Diese mechanische Lösung bietet dir große Übersetzungsbandbreite, direkten Schaltkomfort und geringes Gewicht. Zudem ist sie gut wartbar und ideal für sportlichere Fahrten oder wechselhafte Geländeprofile, bei denen schnelle Gangwechsel gefragt sind.

Nabenschaltung: Image 5+ Advance
Das Image 5+ Advance zeigt die Vorteile einer Nabenschaltung sehr deutlich: Hier kommt die Enviolo Trekking Nabenschaltung zum Einsatz (in Kombination mit Riemenantrieb via Gates CarbonDrive). Diese Lösung bietet verschleißarmen Antrieb, nahezu geräuschloses Schalten (auch im Stand) und geringen Pflegeaufwand. Damit ist sie besonders gut geeignet für Pendler oder Alltagsnutzer, die ein wartungsarmes, zuverlässiges Rad bevorzugen.


E-Bike Kettenschaltung oder Nabenschaltung? Das Fazit
Ob du dich für eine Kettenschaltung oder eine Nabenschaltung entscheidest, hängt stark von deinem Fahrstil und deinen Bedürfnissen ab. Wer Wert auf Sportlichkeit, viele Gänge und eine dynamische Kraftübertragung legt, ist mit der Kettenschaltung bestens beraten. Sie ist leicht, effizient und bietet eine enorme Übersetzungsbandbreite, erfordert dafür aber regelmäßige Pflege.
Die Nabenschaltung hingegen überzeugt durch Robustheit, Komfort und Wartungsarmut. Gerade im Alltag und in der Stadt ist es ein klarer Vorteil, auch im Stand schalten zu können. Dafür ist sie schwerer, teurer und bietet weniger Gänge als die Kettenschaltung.
Am besten probierst du beide Varianten bei einer Probefahrt mit einem Kalkhoff E-Bike aus. So findest du im Pedalumdrehen heraus, welche Schaltung am besten zu deinem Fahrstil passt.
Häufig gestellte Fragen und Antworten (FAQ)
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