Freilauf beim E-Bike erklärt: So verbessert er dein Fahrgefühl
Warum rollen sich moderne Fahrräder so geschmeidig? Warum kannst du bei einer Abfahrt einfach die Beine hochnehmen, ohne dass sich die Pedale weiterdrehen? Die Antwort liegt in einem unscheinbaren, aber genialen Bauteil: dem Freilauf. In diesem Artikel erklären wir dir, wie der Freilauf funktioniert, welche Varianten es gibt – und worauf du achten solltest, wenn du mit dem E-Bike unterwegs bist.
Was ist ein Freilauf – und warum brauchst du ihn?
Ständiges Strampeln, auch wenn es bergab geht? Das wäre nicht nur anstrengend, sondern auch gefährlich. Der Freilauf wurde genau dafür entwickelt: Er unterbricht die Verbindung zwischen Kette und Kurbel, sobald du nicht mehr trittst. Dadurch drehen sich die Pedale nicht weiter, obwohl sich das Hinterrad noch bewegt – und du kannst entspannt rollen.
Beim E-Bike bedeutet „Freilauf“ sogar noch mehr: Zusätzlich zur mechanischen Entkopplung sorgt die Technik im Motor dafür, dass die Tretunterstützung sofort beendet wird, sobald du die Pedalbewegung stoppst. So entsteht bei den Kalkhoff E-Bikes mit Bosch Antrieb ein natürliches Fahrgefühl – ganz ohne Kraftverlust oder Widerstand.

So funktioniert der Freilauf im Detail
Ein Freilauf – auch Überholkupplung genannt – sitzt in der Regel in der Hinterradnabe oder im Motor. Er sorgt dafür, dass du jederzeit zwischen aktivem Treten und freiem Rollen wechseln kannst. Das funktioniert über kleine mechanische Elemente, die sich nur bei Vorwärtsbewegung „einklinken“, beim Rollen aber keinen Widerstand erzeugen.
Die vier wichtigsten Freilauf-Arten im Überblick
Es gibt verschiedene Freilaufsysteme, die sich je nach Einsatzbereich, Belastung und Komfort unterscheiden:
Sperrklinkenfreilauf: Am häufigsten wird der Sperrklinkenfreilauf verbaut. Bei ihm verhaken sich die schräg angebrachten Sperrhülsen ausschließlich dann, wenn du in die Pedale trittst. Ohne Tretbewegung schleifen diese nur, ohne sich zu verhaken, und sorgen so für das typische „Ratsch“-Geräusch.
Zahnscheibenfreilauf: Bei dem etwas komplizierteren Zahnscheibenfreilauf werden zwei Zahnscheiben mit schrägen Zähnen mittels einer Feder aneinandergepresst, solange du in die Pedale trittst. Das typische Freilaufgeräusch entsteht, weil sich die Zahnscheiben im Leerlauf gegeneinander bewegen. Deutlich robuster als der Sperrklinkenfreilauf wird der Zahnscheibenfreilauf für Bikes im Freeride- und Downhill-Bereich eingesetzt.
Rollenfreilauf: Im Gegensatz zu diesen beiden Freilauf-Arten kommt der Rollenfreilauf sehr leise daher. Bei ihm werden durch das Pedalieren bis zu acht Klemmrollen an die Nabe gedrückt und bewegen diese vorwärts. Trittst du nicht in die Pedale, findet auch kein Andrücken der Rollen statt. Diese laufen dann frei in ihrer Führung, wie bei einem typischen Kugellager, und verursachen dabei so gut wie keine Geräusche.
Klemmkörperfreilauf: Eine weitere Variante sind die Klemmkörperfreiläufe. Während sich hier in einer Drehrichtung der Innenring beliebig gegen den Außenring drehen lässt, werden in entgegengesetzter Drehrichtung die beiden Ringe durch die Klemmelemente gegeneinander blockiert.
Bei Kalkhoff E-Bikes kommen vor allem Sperrklinkenfreiläufe zum Einsatz. Sie sind robust und zuverlässig – genau das, was E-Bikes mit ihren hohen Drehmomenten brauchen. Der Sperrklinkenfreilauf kann außerdem die starken Antriebs- und Bremskräfte, die durch Motor und Fahrer gleichzeitig wirken, gut aufnehmen. Darüber hinaus spricht er schnell an, was beim kräftigen Antritt durch den Motor wichtig ist.
Warum ist der Freilauf so laut?
Für die Geräusche im Freilauf sind in der Regel die Sperrklinken verantwortlich. Je mehr von ihnen vorhanden sind, desto mehr Geräusche werden erzeugt. So kann die Lautstärke ein Zeichen für einen besonders hochwertigen Freilauf sein. Allerdings kann auch die nachlassende Spannung der Sperrklinken der Grund für lautere Geräusche deines Freilaufs sein.
Wie laut ein Freilauf ist, hängt zusätzlich von dessen Wartung ab. Das Auftragen von Öl ein- bis zweimal im Jahr vor und nach der Fahrrad-Saison hat sich hier bewährt. Ein schlecht gefetteter Freilauf verursacht unangenehme Geräusche und sorgt für einen schnelleren Verschleiß.

Pflege-Tipps: So hält dein Freilauf länger – und bleibt leise
Lautes Knacken oder Knarzen kannst du mit einem geeigneten Öl verhindern. Am besten greifst du hier auf ein sehr dünnflüssiges Öl zurück, das du im Fachhandel erwerben kannst. Damit verhinderst du, dass die Sperrklinken im Freilauf verkleben. Aber Achtung: Der Freilauf ist ein komplexes Bauteil. Wir raten dir daher, die Wartung im Fachhandel durchführen zu lassen.
Regelmäßig schmieren: Etwa ein- bis zweimal pro Jahr mit einem dünnflüssigen Spezialöl.
Nicht zu viel Öl: Zu viel Schmiermittel kann die Sperrklinken verkleben – das beeinträchtigt die Funktion.
Nach der Saison warten: Vor dem Winter und nach dem Frühling prüfen, ob der Freilauf sauber läuft.
Geräusche ernst nehmen: Plötzliches Knacken oder Reibgeräusche können auf Materialermüdung hinweisen.
Fazit: Warum der Freilauf beim E-Bike unverzichtbar ist
Ob klassisches Fahrrad oder modernes E-Bike: Der Freilauf sorgt für ein geschmeidiges, sicheres und komfortables Fahrverhalten. Gerade beim E-Bike übernimmt er zusätzlich eine wichtige Funktion in der Motorsteuerung. Das Wichtigste für dich: Mit regelmäßiger Pflege und einem Blick für Qualität fährst du nicht nur leiser, sondern auch länger zuverlässig.
Häufig gestellte Fragen und Antworten (FAQ)
E-BIKE ONLINE SHOP
Mit wenigen Klicks sicherst du dir dein Traum E-Bike: einfach online bestellen & beim Händler in der Nähe abholen.
KAUFBERATUNG
Hier findest du alles, was beim E-Bike Kauf wichtig ist und worauf du achten solltest.
LEASEN STATT KAUFEN
Spare jetzt bis zu 40% mit Leasing! Freischalten, E-Bike bestellen und losradeln